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Wie kaufe ich nachhaltig Nahrungsmittel „on a budget“?


Wie kaufe ich nachhaltig Nahrungsmittel ein „on a budget“?

 - Fair trade?

- Lokal oder Bio?

- Eigener Garten oder doch Unverpackt?

- Mit oder ohne Fleisch?...

- Supermarkt oder Billigladen-Kette?

 

Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, nach welchen Kriterien sich ein Einkauf planen lässt. Hier zeige ich dir, wie ich im Einkaufsdschungel „überlebe“. Lass dich inspirieren und finde dein eigenen Weg.

 

 

 So priorisiere ich meine Kriterien:

 

1. Qualitätiv, hochwertige Produkte

Ich entscheide mich für gesunde, gute Nahrungsmittel. Warum? Ich bin überzeugt, dass ich durch eine gesunde Ernährung weniger Zeit beim Arzt verbringe. Ich habe mich entschieden, dass ich das Geld also lieber in Nahrungsmittel investiere, als in Medikamente. Beispiel: lieber Urdinkel-Produkte anstatt Weizen, qualitativ gute Öle, viel Gemüse, wenig Fleisch und Fisch. Letzteres vor allem auch, weil hochwertige Fleisch- und Fischprodukte relativ teuer sind.

 

2. Lokal

 Ich entscheide mich für lokal anstatt global. Warum? Der Bauer oder die Marktfrau hat einen sehr direkten Bezug zu seinen Produkten schaut mir direkt in die Augen. Einen Bio-Bauer gibt’s bei mir um die Ecke nicht. Daher entscheide ich mich für den Generationen übergreifenden Hofladen hier im Dorf und unterstütze ihn soweit wie möglich. Das lohnt sich für beide. Auch werden so die Anfahrtswege kurz gehalten, was sich wiederum positiv aufs Klima auswirkt.

 

3. Garten

Ein eigener Garten kann eine gute Möglichkeit sein, um den Bezug zu den Lebensmitteln wieder zu verstärken. Wenn das nicht geht: wie wär‘s mit einem Kräutergarten auf dem Balkon oder schliesse dich bei einem Gemeinschaftsgarten in der Nähe an.

 

4. Bio und Fair Trade

Liebend gerne. Gibt aber je nach Produkt ein grösseres Finanzloch in der Haushaltskasse. Gerade bei mehreren Essern im Haushalt wirkt sich das aus. Oft schmecken aber Bio Produkte einfach viel besser. Daher entscheide ich mich z.B. immer für Bio-Karotten. Der Preisunterschied zu konventionellen Karotten ist gering. Bio-Produkte sind in der Regel für die Gesundheit zuträglicher und leisten einen positiven Beitrag für die Natur durch den Gebrauch von verträglicheren Schutzmitteln in der Landwirtschaft.

 

Fair Trade Produkte sind oft nicht viel teurer als konventionelle Produkte. Reis ist ein gutes Beispiel. Der Preisunterschied ist relativ gering. Der Effekt aber für die anbauenden Bauern oft frappant. Eine Möglichkeit, um etwas zu Kostenausgleich beizutragen.

 

5. Mit oder ohne Fleisch?

Tja. Das ist relativ einfach: Schon der Preis und die Gesundheit hilft bei der Entscheidung mit. Bei mir ist Fleisch und Fisch seltener auf dem Speiseplan geworden. Für die Kinder wird dann doch noch häufiger mit Wurst und Co. gekocht. Denen schmeckt das und ich will nicht missionieren.

 

Jeder weiss inzwischen: Weniger Fleisch, dafür qualitativ hochwertiger! Tja. Und ja. Der Unterschied ist krass, meist auch beim Preis. Gerade zum Beispiel ein Rindhackfleisch vom Grossverteiler oder direkt vom Bauernhof-Laden? Probiers aus. Also lieber Mal ein gutes Stück zu Hause auf dem Grill oder Gehacktes vom Bauern. In der Beiz als Ausgleich auf Vegimenu oder Pizza ausweichen.

 

Wieso nicht mal ein Festessen für Gäste ohne Fleisch oder Fisch zubereiten? Ich habe das schon mehrfach gemacht und dabei komplett darauf verzichtet. Ein leckere Vorspeise, eine Gemüselasagne und danach ein selbstgemachtes Dessert? Da merken oft nicht mal die Hardcore Fleischesser, dass „etwas“ fehlt. Und die Moral der Geschichte: Das vegetarische Essen schont mein Budget und die Umwelt.

 

6. Verpackt oder nicht?

Vor allem Plastikverpackungen sind heute ein Problem. Deshalb trage ich in meiner Handtasche immer wiederverwendbare Beutel mit, mit denen ich Gemüse lose einkaufe. Wenn ich bei einem Spontaneinkauf die Mehrwegbeutel nicht dabei habe, lege ich mein Gemüse lose aufs Kaufband. Ich wasche und koche es ja dann. Ist also hygienetechnisch kein Problem. Auch Brotbeutel aus Baumwollstoff kommen beim Bäcker zum Einsatz. So lässt sich doch der eine oder andere Plastik vermeiden.

 

So richtig zu seinem plastikfreien Glück wird man in einem Unverpackt Laden gezwungen. Besuche regelmässig solche Läden. Das sensibilisiert dich dann auch wieder, wenn du in konventionellen Läden einkaufst.

 

7. Lokaler Supermarkt oder Billigkette?

Aus budgettechnischen Gründen wirken Billigketten oft auf den ersten Blick attraktiv. Leider ist jedoch die Ware in solchen Läden oft weit gereist und auch die Qualität nicht immer so toll. Daher erledige ich schlussentlich meine Einkäufe doch lieber im etwas teureren altetablierten Supermarkt. Um Kosten zu sparen gibt’s bei mir dort oft Käufe kurz vor Feierabend, wo die Ware zu einem reduzierten Preis angeboten wird. Früher war ich immer etwas beschämt, wenn ich davon profitierte. Inzwischen habe ich realisiert, dass dies völlig unnötig ist. Einerseits rette ich so Essen, das sonst entsorgt würde und andererseits werde ich mit der Preisreduktion dafür belohnt, dass ich Nahrungsmittel kurz vor Ablaufdatum kaufe. Da ist doch ein fairer Deal.

 

8. Ein paar Gedanken zur Zubereitung

Um wiederum Kosten zu sparen und gleichzeitig etwas Gutes für meine Gesundheit zu tun, kaufe ich die Nahrungsmittel möglichst Natur belassen. So vermeide ich Zusätze. Du findest das zu aufwändig? Mag sein… es gibt da jedoch schon so der eine oder andere Trick, wie du auch mit begrenzter Zeit ein gesundes Essen zauberst. Ein bisschen Planung kann hilfreich sein. Ich werde in einem separaten Artikel auf dieses Thema eingehen.

 

Ich freue mich auf deine Rückmeldung! Wie kaufst du ein? Unten findest du ein paar Buch- und DVD Empfehlungen. Weitere Empfehlungen sende ich dir gerne auf Anfrage zusätzlich zu!

 

 

 

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